SPIELBERICHTE A1-JUNIOREN


Samstag, 06.01.2017 - A-Junioren holen Mastercup in der Oberfrankenhalle


Westler wollen es wissen

Frank Rauh: "Da ist noch eine Rechnung offen"

www.anpfiff.info - von Hans Jürgen Wunder

Spitzenspiel zum Auftakt in der U19-Kreisliga. Wenn am Samstag die JFG Bayreuth West den Tabellenführer aus Kemmern empfängt, geht es für die Rauh-Elf wohl um die letzte Chance, im Titelrennen noch eingreifen zu können. Dabei baut der Nachwuchscoach auch auf vier Neuzugänge, die in der Winterpause zur JFG gestoßen sind und sieht seine Truppe bestens gerüstet.

Es ging nicht ganz ohne Ärger ab. Nach dem abschließenden Vorrundenderby zwischen den Westlern und der JFG Mainauen, das die Rauh-Schützlinge mit 7:1 klar für sich entscheiden konnten, wechselten mit Cetinkaya Osman, Jonas Hubrich, Max Knaus und Frederick Robesyn vier Akteure die Seiten. "Wir haben sie nicht abgeworben und ihnen gesagt, dass sie das mit ihren Eltern und ihrem bisherigen Verein abklären sollen. Zudem waren ohnehin zwei Altenploser dabei und Altenplos ist ja in unserer Jugendfördergemeinschaft", berichtet West-Coach Frank Rauh. Trotzdem gab es Ärger, weil die Chancen der benachbarten Mainauen-Kicker auf den Klassenerhalt nach diesem Aderlass natürlich drastisch gesunken sind. Am Ende einigten sich aber die beiden Vereine, so dass dem Mitwirken der Neu-Westler am Samstag zumindest aus dieser Sicht nichts entgegensteht.

Erst gegen Daniel Raschke (re.), jetzt mit ihm: Auch Frederik Robesyn hat sich für einen Wechsel entschieden. - www.anpfiff.info -

Noch breiter aufgestellt

"Wir sind eigentlich sehr ausgeglichen besetzt und bis auf zwei oder drei Mann können wir durchwechseln, ohne an Qualität einzubüßen", analysiert Frank Rauh seinen Kader. Bei zwei U19-Mannschaften hat er meist 15 Jungs beim Training und bei den gemeinsamen Testspielen trafen sich mitunter sogar bis zu 25 Nachwuchskicker. Also ging es für einen Teil erst einmal zum Laufen, während dann in der Halbzeit ein Komplettwechsel stattfand und die Truppe die Laufschuhe schnüren dürfte, die zunächst auf dem Platz stand. Trotzdem ist der West-Coach über seine Neuzugänge erfreut: "Max Knaus ist ein schneller Mann für die Außenbahn und auch Cetingkaya Osman ein guter Kicker, der aber läuferisch noch viel Luft nach oben hat. Außerdem hat Jonas Hubrich eine gute Mentalität und eine super Einstellung." Doch ausgerechnet auf den stärksten Neuzugang Frederik Robesyn, der mit viel Technik und Schnelligkeit aufwarten kann, sich aber eine Grippe eingefangen hat, wird Rauh in dieser wegweisenden Partie wohl verzichten müssen. Und auch Daniel Sendel, mit 12 Treffern immerhin torgefährlichster JFG-Schütze, ist noch nicht bei hundert Prozent. Nach operativem Eingriff und Rückenproblemen kann der Goalgetter aber zumindest auf der Bank Platz nehmen. Dennoch mangelt es dem Altenploser Trainer nicht an erfolgshungrigen Junioren: "Das Hinspiel hatten wir nach einem Torwartfehler schon sehr unglücklich mit 2:3 verloren. Normal musst du diese Partie gewinnen. Jetzt ist deshalb noch eine Rechnung offen und die Jungs wollen es natürlich wissen", so der Informatiker, der sich seit vielen Jahren in der Jugendarbeit engagiert.

Alles Einstellungssache Vor dieser bedeutsamen Partie sind noch viele Fragen ungeklärt. "Ich weiß noch nicht, ob ich mit Dreier- oder Fünferkette agieren werde. Ebenso habe ich mich noch nicht bei der Besetzung festgelegt. Wir sind ja ohnehin sehr flexibel und ich achte auch darauf, dass die Jungs zumindest zwei unterschiedlich Positionen spielen können", so Rauh. Fest scheint aber zu stehen, dass Tim Wild zwischen den Pfosten stehen wird und nicht Jannik Stadter, der schon bei den Mistelgauer Herren das Torwarttrikot getragen hat, jetzt aber auf dem Feld zum Einsatz kommen wird. Weiter wird wohl auch der Kapitän der Zweiten, der defensive Mittelfeldmann Jens Dörfler, erneut mit zum Kader stoßen. Doch über Sieg oder Niederlage dürfte ein ganz anderer Faktor entscheiden: "Wichtig ist, dass die Einstellung passt. Als wir im Testspiel gegen den Bezirksoberligisten Münchberg mit 4:2 gewonnen hatten, folgte gleich eine 0:1-Niederlage gegen den TSV St. Johannis, weil wir nicht voll bei der Sache waren", berichtet der West-Trainer. Allerdings wird man ohne große Nervenbelastung die Herausforderung am Samstag annehmen. "Der Aufstieg ist sicher nicht unser erklärtes Ziel - aber es scheint keiner so recht die Meisterschaft anzustreben", erklärt Frank Rauh. Zumindest hat man bei den Westlern schon mal gute Voraussetzungen, weil im kommenden Jahr etwa 70 Prozent der A-Junioren im Nachwuchslager verbleiben - und auch der Jugendcoach selbst macht trotz Heirat und Hausbau weiter, wenn er Unterstützung bekommt.


A-Junioren Bayreuth West: 7:1 Kantersieg - JFG Mainauen ohne Chance

Als die Gäste nach der Anfangsoffensive der Westler den Ausgleich erzielen konnte, schien eine ausgeglichene Begegnung möglich zu sein. Weit gefehlt. Bereits bis zur Pause legten die Rauh-Schützlinge eine klare Führung vor und als es nach dem Wechsel erneut klingelte, war nur noch die Höhe des Sieges fraglich.

Kurze Spannungsphase

von Hans-Jürgen Wunder
Quelle: www.anpfiff.info

Es war ein Derby im doppelten Sinne. Beide Kreisligisten kommen aus dem Raum Bayreuth und an diesem Tag standen sich die Heinersreuther auf der Seite von Mainauen gegen die benachbarten Altenploser auf Seiten der Westler gegenüber. Allerdings war die Favoritenrolle klar bei den Gastgebern, die allerdings sechs Akteure um Kapitän Moritz Hammon mit Schleimbeutelentzündung verzichten mussten. Die sehr junge Gästeelf hat zwar acht neue Kicker, darunter einen hochkarätigen Keeper aus Gambia - allerdings haben die Flüchtlinge noch keinen Pass und müssen sich in Geduld üben. So rückte erneut der erst 15-jährige Nico Schmidt bei den Gästen zwischen die Pfosten.

Bilder vom Spiel...

Nicht ganz überraschend gehörten die ersten Minuten der Heimelf. Besonders über die linke Seite wurde es mehrmals gefährlich, doch die West-Führung resultierte dann aus einem hohen Ball, bei dem die Innenverteidigung der Gäste nicht gut aussah. Dann stand Lukas sell plötzlich alleine vor Keeper Schmidt, sagte danke und lochte ein. Allerdings kam in der Folgezeit die Degelmann-Elf etwas besser ins Spiel und prompt gelang ihr der Ausgleich.  Maximimlian Knaus schickte Osman Cetinkaya auf die Reise, der setzte sich an der Torauslinie gekonnt durch, zog in die Mitte und traf per Flachschuss. Jetzt war für den Außenseiter sogar mehr drin, als Niklas Hüsam seinen Heber etwas zu hoch ansetzte. Freilich gab  es anschließend dann kaum mehr Spannung und das lag besonders am einheimischen Daniel Sendel. In einer Phase, als Mainauen den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte, stand derWest-Angreifer goldrichtig und netzte aus halblinker Position flach ein. Wenig später war er sogar von zwei Mann nicht zu stoppen, wählte den Weg durch die Mitte und zimmerte das Leder flach ins Netz. Nicht nur in dieser Situation waren die Gästeverteidiger viel zu einfach zu überwinden. Als dann Lukas Sell noch vor der Pause zum 4:1 abstauben konnte, musste schon viel passieren, dass die Heimelf den Dreier noch aus der Hand gab.

Mainauen darf kurz mitspielen - Getrennte Wege

Die geringe Hoffnung der Gäste auf eine Wende währte nur kurz. Wenn Daniel Sendel geschickt wurde, gab es kein Halten. Der Angreifer setzte sich kurz nach der Pause auch gegen Thomas Hawardt durch und schon klingelte es zum fünften Mal. Und als wieder einmal Alarmstufe Rot im Mainauen-Strafraum herrschte und der Ball zu Sendel kam, rappelte es schon wieder. Da war nicht einma eine Stunde gespielt und nun drohte den Gästen sogar eine zweistellige Niederlage, zumal wenig später auch Oliver Bader traf. Doch West-Coach entschloss sich gleich zu einem Dreifachwechsel, durch den der Spielfluss etwas litt, zumal die Gastgeber im Gefühl des sicherern Sieges nicht mehr mit voller Konzentration zu Werke gingen. Zudem übertrieben die Platzherren mitunter etwas das Einzelspiel. So hätte Abdusalam Omar oder Osman Cetinkaya durchaus noch etwas Ergebniskosmetik für das Schlusslicht betreiben können, als sie knapp scheiterten. Die beste Gelegenheit hatte aber Lukas Sell, als er bei einem Konter erneut frei vor Keeper Nico Schmidt aufkreuzte. Dieses Mal ließ sich der B-Jugendkeeper des jüngeren Jahrganges aber nicht mehr überwinden und tauchte ins bedrohte Eck.

Es wir schwer, für die Mainauen-Truppe, die Klasse zu halten. Auch wenn unter den zusätzlichen Flüchtlingen gute Kicker sein sollten, ist es nicht so einfach, im neuen Jahr daraus eine schlagkräftige Truppe zu formen. Dennoch verdient die Arbeit von Martin Degelmann großen Respekt, der hier anerkennenswerte Integrationsarbeit leistet. Bei den Westlern dürfte man nun das Mindestziel Klassenerhalt in trockenen Tüchern haben und darf sich nach dem mühelosen Sieg darauf freuen, ohne Nervenbelastung in der Rückrunde zu testen, ob man bereits eine Spitzenmannschaft ist.

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